{"id":751,"date":"2021-02-04T11:47:03","date_gmt":"2021-02-04T10:47:03","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.licht.schule\/?p=751"},"modified":"2021-02-04T11:48:50","modified_gmt":"2021-02-04T10:48:50","slug":"christa-bachmann","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.licht.schule\/blog\/christa-bachmann\/","title":{"rendered":"Christa Bachmann"},"content":{"rendered":"\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Bachmann Christa<\/h1>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">von Antje Buchwald \u00b7 5. Februar 2010<\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Christa Bachmann<\/h1>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Autor(in)\u00a0 Uta Meier-Schn\u00fcrer<br>Vereinszeitung SAW 11<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Freunde und Weggef\u00e4hrten<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Kunsterzieher Johannes Dinter begeisterte die 15-j\u00e4hrige Christa Bachmann, die schon vorher sehr aufgeschlossen jeder Art von k\u00fcnstlerischer Bet\u00e4tigung gegen\u00fcberstand, f\u00fcr den Scherenschnitt. Der Keim fiel auf fruchtbaren Boden, und von nun an suchte sie nach ihrem eigenen Weg, nach den M\u00f6glichkeiten und Grenzen im Umgang mit der Schere. Selbst als das Berufsund Familienleben den Alltag bestimmte, fand sie Zeitr\u00e4ume f\u00fcrs Zeichnen, die Aquarellmalerei und den Scherenschnitt. Ihre Anregungen bezog sie aus der sie umgebenden Natur. Vielf\u00e4ltige Naturstudien sch\u00e4rften ihren Blick f\u00fcr das Wesentliche und Besondere und bildeten die Grundlage f\u00fcr die Umsetzung des Motivs in die Form des Scherenschnittes. Selbst Gef\u00fchle und Erlebnisse schnitt sie ins Papier, \u201eeigentlich geschnittene Tagebuchbl\u00e4tter\u201d, wie sie selbst formulierte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1951 begegnete Christa Bachmann anl\u00e4\u00dflich der \u00dcbergabe von Wettbewerbsarbeiten ihrer Sch\u00fcler der Leiterin des Graphischen Kabinetts am St\u00e4dtischen Museum Chemnitz, Johanne M\u00fcller. Dieses Treffen erlangte f\u00fcr ihre weitere Entwicklung entscheidende Bedeutung. Johanne M\u00fcller engagierte sich sehr f\u00fcr das jugendliche Laienschaffen, und so ermunterte sie auch die junge Limbacher K\u00fcnstlerin und f\u00f6rderte deren Beteiligung an Ausstellungen und Wettbewerben. Schon die ersten Arbeiten erfuhren gro\u00dfe Beachtung. Damit wuchs bei Christa Bachmann das Vertrauen in die eigene Leistung, es machte sie sicherer, aber keineswegs \u00fcberheblich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Trotz Mehrbelastungen nahm sie Gelegenheiten, sich in Lehrg\u00e4ngen auf dem Gebiet der Graphik und der angewandten Kunst weiterzubilden, gern an. Unter Anleitung des Dresdener Graphikers Gerhard David intensivierte sie 1955\/56 im Rahmen von Kursen ihre Auseinandersetzung mit der Druckgraphik. Die so gewonnenen Erfahrungen im Umgang mit dem Linol- und Holzschnitt halfen ihr, noch klarer die Eigenheiten der Ausdrucksweise des Scherenschnittes zu erkennen. Christa Bachmann bem\u00fchte sich um vielf\u00e4ltige Kontakte zu anderen Scherenschneidern, in der Mehrzahl Scherenschneiderinnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nachdem ein vom Bezirkskabinett f\u00fcr Kulturarbeit organisierter Scherenschnitt-Wettbewerb eine gro\u00dfe Beteiligung und Resonanz erzielte, leitete Christa Bachmann 1961 sehr erfolgreich ein Scherenschnitt-Seminar. Von dem damaligen Leiter des Bezirkskabinettes Gerd Zimmer erfuhr sie ebenfalls viel Unterst\u00fctzung, und zu ihm besteht noch immer ein guter Kontakt. Aus den Scherenschnitt-Seminaren konstituierte sich eine Scherenschnittgruppe, deren Mitglieder sich bis heute treffen, gemeinsam schneiden, \u00fcber ihre Arbeiten offen diskutieren und sich somit gegenseitig f\u00f6rdern. Damit pflegen und profilieren sie den Scherenschnitt als eigenst\u00e4ndiges k\u00fcnstlerisches Genre.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es w\u00fcrde zu weit f\u00fchren, wollte man die zahlreichen Aktivit\u00e4ten und Ausstellungen benennen. Christa Bachmann war von Beginn an dabei und ist seit \u00fcber drei Jahrzehnten ein nimmerm\u00fcder Motor dieser einzigartigen Gruppe. Daneben hat sie nat\u00fcrlich ihre berufliche T\u00e4tigkeit genutzt, um immer wieder die junge Generation an das Scherenschneiden heranzuf\u00fchren, Talente au\u00dferunterrichtlich zu f\u00f6rdern und eventuell in die bestehende Gruppe zu integrieren. In all den Jahren hat sich bei Christa Bachmann nie Selbstzufriedenheit eingeschlichen. Immer wieder nimmt sie Kritik dankbar an, experimentiert, ist kreativ und sucht nach neuen L\u00f6sungen. Aufgrund dieser Einstellung kann man im Umgang mit ihr und ihren Werken auf Entwicklungen und \u00dcberraschungen gespannt sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Florales<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Blumen und Bl\u00fcten bilden einen Schwerpunkt im Schaffen von Christa Bachmann. Es gibt <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"bachmann-11-april99-02\" src=\"http:\/\/www.scherenschnitt.org\/wp-content\/images\/stories\/verein\/Mitglieder\/Bachmann\/bachmann-11-april99-02.jpg\" width=\"131\" height=\"200\">wundersch\u00f6ne, filigran anmutende freie Schnitte bzw. Hohlschnitte. Trotz aller nat\u00fcrlichen Verflochtenheit ist doch jede pflanze gut erkennbar. Die Einheit von Form und Inhalt l\u00e4\u00dft den Betrachter des Hohlschnitts \u201eGr\u00e4ser im Rauhreif\u201d die K\u00e4lte nachempfinden. Beim Faltschnitt mu\u00df die Wildheit der Natur schon in geordnetere Bahnen gebracht werden. Das \u201eBlumentor II\u201d1) gibt dem ungest\u00fcmen Streben und Wachsen einen Rahmen. Gr\u00f6\u00dfere Abstraktion und ausf\u00fchrliche Naturstudien verlangen die Umsetzung von floralen Themen als Zentralfaltschnitt, als Ornament. Die \u201eZinnie\u201d und das \u201eKiefernornament\u201d sind Beispiele f\u00fcr die Beherrschung der Technik und Aussch\u00f6pfung ihrer spezifischen Aussagekraft.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.scherenschnitt.org\/wp-content\/images\/stories\/verein\/Mitglieder\/Bachmann\/bachmann04.jpg\" alt=\"bachmann04\"\/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.scherenschnitt.org\/wp-content\/images\/stories\/verein\/Mitglieder\/Bachmann\/bachmann05.jpg\" alt=\"bachmann05\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&nbsp;<strong>Brauchtum<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit dem Faltschnitt \u201eAlte Schneeberger Weihnachtspyramide\u201d gestaltete Christa Bachmann ihre Eindr\u00fccke von erzgebirgischer Weihnacht. So wird ein in Jahrhunderten gewachsenes Brauchtum in seiner Aussage verdichtet und scherenschnittgerecht dargestellt. Sie versuchte aber auch, den umgekehrten Weg zu gehen. So wollte sie mit dem Scherenschnitt \u201eZuckert\u00fctenbaum\u201d dazu anregen, eine in ihrer Kindheit noch gebr\u00e4uchliche Sitte zur Schuleinf\u00fchrung wieder lebendig werden zu lassen. Eine interessante Variante f\u00fcr den steten Kreislauf der Natur, in den die Menschen eingebunden sind, ist der \u201eJahresring\u201d. Der \u201eOsterbaum\u201d, die 4 Bl\u00e4tter der \u201eJahreszeiten\u201d, aber auch die \u201eKl\u00f6pplerinnen unterm Bl\u00fctenbaum\u201d geh\u00f6ren in diesen Themenkreis.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.scherenschnitt.org\/wp-content\/images\/stories\/verein\/Mitglieder\/Bachmann\/bachmann-11-april99-l2.jpg\" alt=\"bachmann-11-april99-l2\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&nbsp;<strong>B\u00e4ume<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Christa Bachmann wohl eines der sensibelsten Themen; \u201eSehr naturverbunden liebte ich fr\u00fchzeitig B\u00e4ume, die als Gegenstand meiner Scherenschnitte in vielen Darstellungsformen sehr variabel verarbeitet sind und mich bis heute immer wieder zur Gestaltung reizen und zum Vermittler meiner Bildaussagen werden. Sie spannen den gro\u00dfen weiten Bogen \u00fcber mein gesamtes Schereilschnittschaffen.\u201d Die B\u00e4ume Christa Bachmanns bed\u00fcrfen keiner Erl\u00e4uterung. Je nach eigenen Erfahrungen und Stimmungen l\u00f6sen sie beim Betrachten verschiedenste Emotionen aus.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.scherenschnitt.org\/wp-content\/images\/stories\/verein\/Mitglieder\/Bachmann\/bachmann03.jpg\" alt=\"bachmann03\"\/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.scherenschnitt.org\/wp-content\/images\/stories\/verein\/Mitglieder\/Bachmann\/bachmann01.jpg\" alt=\"bachmann01\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&nbsp;<strong>Experimentelles und Musik<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eKurven\u201d, \u201eEissplitter\u201d, \u201eSchwerelos\u201d und \u201eGebaute Ordnung\u201d zeigen ganz neue Seiten der K\u00fcnstlerin. Die Lust am Scherenschneiden konnte in all den Jahren nie versiegen, weil es aufregend und spannend ist, bekannte Dinge und eigentlich bildlich Unfa\u00dfbares mit der Schere neu zu sehen. Schon 1950 entdeckte sie ihre besondere Vorliebe f\u00fcr die Umsetzung von Musik. In den vergangenen Jahren widmete sie sich erneut der Verarbeitung von T\u00f6nen und Klangerlebnissen, dabei kam sie f\u00fcr sich selbst zu ganz neuen Kompositionen. Gerade diese Schnitte vereinen die Gef\u00fchlswelt, die langj\u00e4hrigen Erfahrungen und das nicht m\u00fcde werden ihres sch\u00f6pferischen Wesens auf der Suche nach neuen Inhalten und Ausdrucksformen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bachmann Christa von Antje Buchwald \u00b7 5. Februar 2010 Christa Bachmann Autor(in)\u00a0 Uta Meier-Schn\u00fcrerVereinszeitung SAW 11 Freunde und Weggef\u00e4hrten Der Kunsterzieher Johannes Dinter begeisterte die 15-j\u00e4hrige Christa Bachmann, die schon vorher sehr aufgeschlossen jeder Art von k\u00fcnstlerischer Bet\u00e4tigung gegen\u00fcberstand, f\u00fcr den Scherenschnitt. 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